Flüchtige Gedanken aufschreiben oder Augenblicke im Bilde fest halten – wenn man dies immer wieder tut, was ist dies? Ein Hobby, ein Grundbedürfnis, eine Lebensweise? Dieses Festalten kann viele Ausprägungen erfahren: Tagebuchnotizen, vom Erleben angestoßene Phantasiegeschichten, ein als schön empfundener Satz sich zu einem Vers weiter gesponnen oder auch in unserer technisierten Zeit ein Foto, ein Video, etwas Gesprochenes, Gesungenes oder Vertontes, ausgelöst durch das was gerade geschehen, was in die Erinnerung gestiegen oder ausgedacht worden ist. Das Festhalten erfolgte seit Jahrtausenden vor allem in Zeichnungen, Bild- und Schriftzeichen:
„Sie zwingt die Hälse aller Männer sich umzudrehen, um sie anzuschauen“,
so ein Vers aus der Zeit der Pharaonen (aus "Junger Mann", in "Gärten der Liebe", aus dem Papyrus Chester Beatty I: Der Zyklus der sieben Stanzen , Artemis & Winkler, 2000, S. 10)
Ein Beobachten, das leicht nachvollziehbar ist, zeigt einen Moment des Seins, der wohl heute noch nachempfunden werden kann. Geben wir der Neugier Raum, aufzublättern, Stimmungen einzufangen, Empfindungen, Erwartungen wieder zu erkennen ... .